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Was ist eigentlich Pilates?

Wer seine Kraft, Haltung und Stabilität verbessern möchte und innere Balance sucht, der ist bei Pilates genau richtig. Denn das schonende Ganzkörper-Training vereint Körper und Geist und hat unglaublich viele Vorteile für unsere Gesundheit. Ich verrate dir, was es so besonders macht.

Contrology

Wusstest du, dass der Erfinder Joseph Pilates ein deutscher war? Die Methode wurde nach ihm benannt. Allerdings erst nach seinem Tod, denn das Training wurde von ihm selbst zunächst Contrology genannt. In dem von ihm entwickelten Trainingsansatz ging es nämlich darum, mit kontrollierten Bewegungen den Geist zu schärfen und den Körper zu kräftigen.  Joseph Pilates war schon damals davon überzeugt, dass Körper und Geist unvermeidbar mit einander verbunden waren.  Die Methode kreierte er als im ersten Weltkrieg, als er als deutscher in England interniert wurde, um für sich selbst und seine Mitgefangenen zu einer guten Kondition und Haltung beizutragen. Wer also sagt, Pilates sei ein Frauensport, der liegt gründlich daneben.

Für sein Training setzte Pilates eine Vielzahl an Geräten ein – das wohl bekannteste heutzutage ist der Reformer. Aber auch knapp 500 Mattenübungen ausschließlich mit dem eigenen Körpergewicht gehören zum Programm. In den 30er Jahren brachte Pilates seine Trainingsmethode dann in die USA und unterrichtete dort in einem eigenen Studio, das sich im gleichen Gebäude befand, wie das New York City Ballett. Und genau hier fand der für Männer entwickelte Ansatz auch bei vielen Frauen Begeisterung. Denn Contrology wirkte sich neben Kraft und Haltung auch extrem positiv auf auf die Regeneration von Verletzungen der Tänzer und Tänzerinnen aus. Mittlerweile ist Pilates vor allem in der westlichen Kultur weit verbreitet und beliebt.

Die Besonderheiten des Pilates Trainings

Die von Pilates entwickelte Trainingsmethode folgt ein paar ganz entscheidenen Prinzipien, die es so effektiv und schonend machen:

Konzentration

Der Begriff Achtsamkeit ist heute in aller Munde. Umso erstaunlicher, dass Pilates bereits in den 20er Jahren großen Wert darauf legte. Alle Bewegungen führst du im Pilates mit voller Konzentration aus. So bringst du Körper und Geist in Einklang, vermeidest Fehler und Verletzungen und machst das Training besonders effektiv.

Kontrolle

Nicht ohne Grund hat Pilates seine Trainings-Methode Contrology genannt. Denn ein wesentlicher Grundsatz ist die kontrollierte und langsame Ausführung der Übungen. So kräftigst nicht nur einzelne Muskeln sondern gesamte Muskelketten in deinem Körper und trainierst zudem die tiefliegende Muskulatur. 

Atmung

Die Atmung wird beim Pilates ganz bewusst eingesetzt. Dabei atmest du durch die Nase ein und durch leicht geöffnete Lippen aus. Die 3 dimensionalen Atmung in den Brustkorb erfolgt passend zu den Bewegungsabläufen und unterstützt dich so bei der richtigen Ausführung sowie Stabilität und hilft die Verspannungen vorzubeugen.

Rumpfstabilität

Während des gesamten Pilates Trainings kommen entscheidende Grundprinzipien für die Stabilität zum Einsatz. Neben der bereits erwähnten Atmung geht es hier um die richtige Position von Schulter, Brust, Wirbelsäule und Becken. So sorgst du dafür, dass du die richtigen Muskeln an- und entspannst und kannst außerdem auch ganz allgemein deine Haltung verbessern.

Flow

Beim Pilates trainierst du in ganz fließenden Bewegungsabläufen – auf abrupte und isolierte Bewegungen wird möglichst verzichtet. Je nach Trainer wird das Konzept des Flows unterschiedlich stark in den Stunden umgesetzt. So oder so sorgt es aber dafür, dass du ganze Muskelketten besonders schonend trainierst. 

Professionelle Pilates Stunden

Der Begriff Pilates Trainer ist nicht geschützt, deshalb kann die Qualifikation ganz unterschiedlich sein. Eine umfassende Ausbildung mit Präsenzstunden und Abschlussprüfung, die Anatomie-Wissen wird im wesentlichen von zwei großen Schulen angeboten: BASI (ein eher klassischerer Ansatz) und STOTT (ein modernen Ansatz). Oft haben auch Physiotherapeuten, Ergotherapeuthen, A-Lizenztrainer oder ähnliche das fundierte Wissen, um eine professionelle Pilates Stunde anzuleiten. 

Am besten informierst du dich also einfach vorab einmal über deinen Trainer oder deine Trainerin, wenn du sicher gehen möchtest. So kannst du sicher gehen, dass der Trainer deinen Bedürfnissen gerecht werden kann. Vor allem bei Verletzungen oder Beschwerden ist das absolut empfehlenswert. Es gibt außerdem viele Pilates Trainer, die sich auf bestimmte Anforderungen spezialisiert haben, z.B. Schwangerschafts-Pilates, Rückbildungs-Pilates, Rückenschule, etc.

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